An dieser Stelle erfahrt Ihr die Funktionsweise des Cokin-Filtersystems,
damit Ihr eine Vorstellung davon bekommt, was man für einen Start mit dem System wissen
und haben muss.

Bei diesem System wird mit Hilfe eines Adapterringes ein Halter am Objektiv befestigt,
in dem die unterschiedlichen Filter eingeschoben werden können. (Bild 1).



Für SLR-Kameras gibt es zwei verschiedene Systemgrößen, aber dazu kommen wir dann später.

Für den Einsatz muß man also zunächst einen für das jeweilige Objektiv passenden
Adapterring haben. Diese Ringe gibt es in den Gewindedurchmessern 36mm - 82mm.
Mit Hilfe des angebrachten Gewindes dreht man einfach den passenden Adapterring
in das Filtergewinde des Objektives (Bild 2).



Auf diesen Adapterring schiebt man den passenden Filterhalter (je nach System) auf (Bild 3).



Dieser Filterhalter kann dann bis zu maximal 4 Filter aufnehmen. Mit Hilfe eines Kupplungsringes
besteht auch die Möglichkeit, einen weiteren Halter zu montieren und damit weitere Filter zu nutzen.
Ob das sinnvoll ist, wird von mir allerdings bezweifelt. Schließlich fotografieren die meisten von
uns digital und da kann man viele Filter auch später im Rahmen der EBV noch simulieren.
Letztlich bleibt es jedoch jedem selbst überlassen, wie er das sehen möchte. (Bild 4)



Das Problem, dass sich bei einigen Objektiven ergeben kann ist der Umstand, dass unter Umständen
bei der Fokussierung die Frontlinse dreht. Damit würde sich auch der gesamte hier vorgestellte
Filtervorbau mitdrehen. Das muß nicht schlimm sein, kann aber bei Verlaufsfiltern ungewollte und
unangebrachte Effekte hervorrufen. Deshalb wurde in den aktuellen Systemen die Möglichkeit
vorgesehen, eine Nase im Filterhalter wegzubrechen. Damit kann dieser auf dem Adapterring frei
drehen und somit die ungewollte Verstellung der Filterstellung vermieden werden. (Bild 5)



Einen Wunsch habe ich noch an Euch. Anwortet bitte hier noch nicht auf meine Beiträge. Aus zeitlichen
Gründen kann ich nicht alles in einen Beitrag packen. Eventuelle Fragen und Stellungnahmen würden
dann diese Erläuterungen auseinanderziehen. Ich werde mich bemühen, möglichst schnell die anderen
Infos hinterherzuschieben und werde natürlich auch erwähnen, wenn der letzte Beitrag hier steht.
Bis dahin bitte eventuelle Wünsche einfach per PN an mich senden.
Ich werde das dann gerne berücksichtigen.

Das Cokin-System ist wegen der unterschiedlichen Objektiv-Durchmesser in zwei Größen unterteilt.
Das A-System ist für Objektiv-Durchmesser zwischen 36 und 62 mm erhältlich und nutzbar, das
P-System ist einsetzbar auf Objektiven mit Durchmessern von 48 bis 82mm. (Bild 6)



Im Bereich der SLR-Kamera sind Objektivmesser kleiner als 48mm eher selten, während größere
Objektivdurchmesser bei lichtempfindlichen Objektiven eher die Regel sind.
Für SLR-Kameras empfiehlt sich daher ohne Umschweife das P-System.

Für alle, die sich wegen des Objektivparks bereits das A-System zugelegt haben und über die
entsprechenden Adapterringe verfügen, gibt es einen Adapter, mit dessen Hilfe sich auch der
Halter des P-Systemes auf die Ringe des A-Sytemes passen. Damit lassen sich folglich alle
gewünschten Kombinationen realisieren.

Um einmal die möglichen Kombinationen darzustellen, habe ich Bild 7 angehängt. Dort findet man
auch Deckel und Sonnenblenden, die es ebenfalls zu kaufen gibt. Diese beiden Zusatzteile sind
unter Umständen auch nützlich. Der Deckel ist in der Regel entbehrlich, weil wohl meist der
Adapterring bei Nichtgebrauch des Systems angenommen wird.



Die Sonnenblende ist in manchen Fällen notwendig, in den meisten aber nicht einsetzbar.
Verlaufsfilter werden je nach Bedarf in dem Filterhalter soweit auf und abgeschoben, bis
sie sich einem Verlauf im Bildausschnitt angepasst haben. Ihr Einsatz ist nicht oder nur
eingeschränkt zusammen mit der Sonnenblende möglich.

Die von Cokin angebotenen Filter sind grob in 8 unterschiedliche Typen einzustufen.

Diese sind:

1. Farb-Filter
2. Stern-Effektfilter
3. Center-Spots
4. Pastell-Diffusor
5. Filter für optische Effekte
6. Verlaufsfilter
7. Polarizer
8. Filter für Spezial-Effekte

Alle diese Filter haben sowohl eine genaue Bezeichnung als auch eine REF-Nummer.
In Fachkreisen werden die einzelnen Filter meist nur über ihre REF-Nummer benannt.
In den mir bekannten Foren wird häufig die Bezeichnung angegeben (z.B. Gradual Tobacco T1),
manchmal aber auch die REF-Nummer (bei dem gleichen Beispiel wäre das 124).

Die bekanntesten REF-Nummern dürften die 120 und 121 sein, die die Grauverläufe
Gradual Grey G1 und G2 bezeichnen. Dabei ist der G2 im dunkelsten Bereich vergleichbar
mit dem Neutralgraufilter der Dichte ND8.

Für unsere Zwecke sind zunächst einmal nur wenige Filter von Bedeutung,
die ich hier einmal nur einmal kurz anreißen möchte:

1. Pol-Filter (164)
2. Grauverlauf-Filter (120 + 121)
3. Graufilter ND 4 (153)
4. Graufilter ND 8 (154)
5. Infrarot-Filter (007)

Alle anderen Filter kann man natürlich auch verwenden, die sind aber nicht so wichtig.
Aber warum halte ich genau diese 5 Filter für wichtig?

Der Polfilter:
Nun, den Wirkung eines Polfilters ist recht schnell erläutert.
Er mindert oder eliminiert (je nach Stärke) Spiegelungen auf nicht metallischen Oberflächen
und läßt Dunst in der Luft zumindest bei seitlicher Sonneneinstrahlung entweder verschwinden
oder mindert seine trübende Wirkung. Damit ist ein ein Filter, der häufig eingesetzt werden kann.
Fotografie durch Glas oder eine spiegelnde Wasseroberfläche wird damit oft erst möglich und im
Sommer ist der Himmel nicht dunstig weiß, sondern schön blau.

Grauverlaufsfilter
Mit Hilfe der Grauverlaufsfilter lassen sich zu große Kontrastunterschiede in Fotos mindern, so
dass unsere digitalen Fotoapparate diese besser abbilden kann. Wir alle haben es schon oft erlebt.
Ein wunderschöner blauer Himmel mit tollen Wolken steht über unserem Motiv der Begierde.
Einmal auslösen und ... die große Enttäuschung kommt auf, weil der blaue Himmel recht blass
und die weißen Wolken völlig überstrahlt sind.
Mit Hilfe der Grauverlaufsfilter wird in so einer Situation der Himmel bis zum Horizont abge-
deckt. Das Ergebnis ist ein im unteren Teil korrekt belichtetes Foto (wenn alles korrekt
eingestallt war) und im oberen Bereich tatsächlich ein blauer Himmel mit weißen Wolken.

Die Grauverlauf färbt also nicht den Himmel grau ein, sondern mindert tatsächlich nur den
zu großen Kontrastumfang soweit, dass die Kamera nicht überfordert wird. Weil die Helligkeit
unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, sind die Grauverlaufsfilter unterschiedlich
dicht eingefärbt. Angefangen bei ND2 für geringste Kontrast-Umfangsüberschreitungen bis hin
zu ND8 für stärkste Kontrast-Umfangsüberschreitungen.
Daraus könnte man jetzt zu Recht ableiten, dass es dann doch mehr als 2 Grauverlaufsfilter
geben müsste. Ja, das stimmt auch. Trotzdem reicht es in der Regel aus, die beiden genannten
Abstufungen zu haben.

Graufilter (ND4 und ND8)
Wenn man vor einem Gewässer steht, kommt häufig der Wunsch auf, diesem Wasser im Rahmen
der Fotografie so einen Effekt zu verleihen, dass man sieht, dass es fliesst. Mit einer
normalen kurzen Verschlußzeit würden wir das Wasser förmlich einfrieren.
Mit Hilfe eines oder auch mehrerer Graufilter besteht nun die Möglichkeit, auch bei hellem
Licht der Kamera weniger Licht vorzugauckeln und damit die Verschlußzeit künstlich zu
verlängern, ohne das dadurch Überbelichtungen entstehen. Auf diese Weise kann man dann
die Verschlußzeit soweit verlängern, dass das Wasser diesen herrlich weichen Effekt bekommt.
Natürlich gibt es auch eine Reihe anderer Anwendungsbeispiele, die ich hier aber jetzt nicht
alle anführen möchte. ACHTUNG: Es gibt immer wieder Hinweise darauf, dass die Graufilter,
die eigentlich Neutral-Graufilter heißen, leider nicht immer ein neutrales Grau liefern,
sondern manchmal ein Foto mit einem Braunstich versehen. Ich werde das in den nächsten Tagen
einmal testen und hier darüber berichten.

Infrarotfilter
Ein Infrarotfilter lässt nur noch das für unser Auge unsichtbare infrarote Licht zum
Aufnahmesensor der Kamera durch. Alles andere Licht des gesamten Spektrums wird herausgefiltert.
Der eine oder andere wird eventuell schon mal Infrarot-Aufnahmen gesehen haben und sich über
deren interessante Effekte gewundert haben. Die stammen zum Teil daher, dass einige Kameras
auch bei sehr viel Licht bei Einsatz eines IR-Filters sehr lange Belichtungszeiten brauchen.
Die 300D kommt da auch bei sehr gutem Licht schon mal leicht auf 15 bis 45 Sekunden.
Da ist also ein gutes Stativ absolut unverzichtbar. Der Einsatz eines IR-Filters im Cokin-System
ist etwas komplexer als der Einsatz anderer Filter und bereitet diverse Probleme, über die ich
bei Bedarf hier gerne berichte. Eine Lösung dieser Probleme kann ich dann natürlich auch präsentieren.

So, damit wäre jetzt der allgemeine Überblick über das Cokin-System zunächst abgeschlossen.
Vielleicht sollte ich hier noch erwähnen, dass nicht nur das französische Cokin-System so
aufgebaut ist, sondern auch das Konkurrenzprodukt von Ars-Colandi, das in einigen Details
abweichend funktioniert, dem Grunde nach aber durchaus verglichen werden kann.

Im Internet bei dem größten Autktionshaus tauchen immer wieder Angebote auf, die direkt aus
China stammen und zu deutlich günstigeren Preisen zu haben sind. Soweit davon Adapterringe
betroffen sind, kann man die bedenkenlos kaufen. Die Filter dagegen sind von minderer
Qualität und wirklich nicht empfehlenswert.

Soweit jetzt noch Fragen bestehen, dann bitte ich diese mir per Mail zukommen zu lassen.
Ich werde die dann gerne hier beantworten, soweit ich das kann. Selbstverständlich
kenne ich nicht das gesamte Filterprogramm, kann aber schon noch eine Menge zur
Wirkung einzelner Filter erzähen, soweit das gewünscht ist.